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Hamburg

05 2015

Starke Leistung

Wo Schlepper tanzen und Hunderttausende von See- und Sehleuten kräftig feiern - da sorgt Otto Busch für Energie und Wasser

Dem Grafen Adolf III. von Schauenburg sind die Hamburger auch nach Jahrhunderten noch dankbar. Er gewährte seinen Untertanen viele Vergünstigungen und sorgte gut für die Siedler der Hammaburg. Seine größte Leistung war jedoch, Kaiser Friedrich Barbarossa ein Privileg abzuhandeln: Den Hamburgern wurde Zollfreiheit für ihre Schiffe auf der Elbe von der Stadt bis zur Nordsee gewährt. Die Urkunde, die der Kaiser kurz vor seinem Aufbruch zu einem Kreuzzug ausstellte, trägt das Datum 7. Mai 1189. Das ist der Geburtstag des Hamburger Hafens. 

Er wird ganz groß gefeiert: mit Feuerwerk und Windjammerparade, Schlepperballett und bunter Amüsiermeile. Von der Speicherstadt bis zur Fischauktionshalle lockt sie mit rund 500 Schaustellern, kulinarischen Genüssen, einem Kunsthandwerkermarkt, einem bunten Programm für Kinder und Familien sowie zahlreichen Bühnen mit Live-Acts bekannter Musiker. Die Firma Otto Busch ist für die Energieversorgung der bunten Buden- und Karussellstadt im Einsatz.

Und der hat es in sich. Schon rund drei Wochen vorher beginnen die technischen Vorbereitungen, damit an drei Tagen kräftig gefeiert werden kann. Mehr als 65 Tonnen Material werden vom Otto-Busch-Team an die Waterkant gebracht und verbaut: Kilometerweise Kabel, allein das Hauptleitungsnetz besitzt eine Länge von 3500 Metern. Dazu 86 Zähler und Verteilerschränke, hinzu kommen Generatoren und Gerüste vieles mehr. Schon das Material für die Wasserversorgung wiegt 4000 Kilogramm, 27 Standrohre mit Verteilern werden benötigt.

Teilweise haben 14 Techniker gleichzeitig alle Hände voll zu tun. Sie müssen ganz spezielle Anforderungen erfüllen. Beispielsweise sind sieben Kabelbrücken zu errichten, die Strom- und Wasserleitungen über die Straßen hinweg führen - sie müssen absolut stabil und sicher ausgelegt sein. Denn nicht auszudenken ist, was bei den Besuchermassen passieren könnte...

Die fünf Meter hohen Brücken sind Spezialanfertigungen nach den Vorgaben von Alt-Firmeninhaber Peter Reuter. Er achtet darauf, dass die robusten Gerätschaften ständig verbessert werden, damit Auf- und Abbau noch einfacher werden. Der Abbau übrigens verläuft flotter - "nur" 14 Tage sind nötig, damit die Technik wieder verschwunden ist. Doch trotz des großen Aufwandes: für nur ein einziges schönes Wochenende lohnt es sich nicht, feste Installationen einzurichten, die dann ganzjährig zu nutzen wären. Der Aufwand ist einfach zu groß, besonders vor dem Hintergrund, dass es sich bei dem Areal um hochwassergefährdetes Gebiet handelt. Wo Strom mit Wasser zusammentreffen kann, wird's besonders heikel, so dass entsprechender Sicherheitsaufwand gefordert wäre.