Projekte

Hamburg

12 2013

Kein Rummel ohne Otto Busch

Der Hamburger Dom ist das schillerndste Volksfest in Norddeutschland. Für das Team von Otto Busch gilt: "Wir bringen dem Dom den Strom!"

Das Juchzen und Kreischen der Achterbahn-Passagiere geht durch Mark und Bein. Der Klangteppich des Zug-Rumpelns unterlegt die Schreie der Fahrgäste, dazu klingen jede Menge Sprachfetzen durch den Nachmittag "Weeeer will nochmal, wer hat noch nicht!", "Hier die leckere Zuckerwatte, hier gibt's sie!", "Machen Sie ihr Glück, meine Herrschaften, kommen Sie ran hier, kommen Sie ran!". Schlager-Schnulzen und Diskomusik, Sirenen heulen, Luftgewehre knallen und Mädchen kichern - die Geräuschkulisse auf dem Rummelplatz ist enorm. Aber zwei Männer haben die Ruhe weg. Es sind Jürgen Janicki und Olaf Bullmann. Die beiden Elektriker sind für Otto Busch auf dem Hamburger Dom im Einsatz. Denn ohne Otto Busch findet kein Rummel statt.

Wenn die Dom-Besucher sich amüsieren und ein paar Stunden Arbeit und Alltagsstress vergessen, haben die Techniker oft Hochbetrieb. "Eine Stunde bevor der Trubel beginnt bis etwa eine halbe Stunde nach Ende dauert unsere Bereitschaft", erklärt Janicki. Hinter den Kulissen, hinter dem Trubel mit Musik und bunten Lichtern sorgen die Elektriker dafür, dass auf dem Heiligengeistfeld alle ihren Spaß haben.

Bei dem Hochbetrieb kann es natürlich vorkommen, dass bei den Fahrgeschäften die Hauptsicherungen durchschlagen. Denn da gibt es Attraktionen, die saugen schnell mal 6000 Ampere aus den Leitungen - zum Vergleich: ein Haushalt, in dem Licht brennt, der Wäschetrockner läuft und der E-Herd heizt kommt auf rund 20 Ampere. Bei Überlastung auf dem Rummel schlägt die Stunde für Janicki und Bullmann. Schnell aber ruhig, heißt: überlegt, müssen sie ans Werk. "Denn jede Minute Ausfall bedeutet Umsatzverlust für den Betreiber des Geschäftes", erklärt Janicki. Das Problem von überlasteten Sicherungen gehört da meist zu den kleineren.

Komplizierter kann es werden, wenn die Diagnose "Fehlerstrom" lautet. Es gilt, einen technischen Defekt zu finden. Wie die Detektive versuchen dann die Otto-Busch-Mitarbeiter gemeinsam mit den Karussell- und Buden-Besitzern die Quelle des Übels einzugrenzen. Und die Fahrgäste machen Druck. Janicki: "Da werden manche schon ungeduldig, und wir müssen uns ständig die Frage anhören: Wie lange dauert das denn noch?" Und wie reagiert man dann? Nervös? Janicki grient: "In der Ruhe liegt die Kraft..."

Aber nicht jeder Marktbeschicker wendet sich bei technischen Problemen sofort an Otto Busch - und bereut es manchmal. Wie zum Beispiel der Karussell-Betreiber, der seine Maschine komplett auseinander nahm, als sie nicht funktionierte. Acht Stunden lang tüftelte er auf eigene Faust an der Elektrik herum, bevor er sich an die Firma Otto Busch wandte, weil er die Ursache nicht heraus bekam. Das machten dann die Fachkräfte; und zwar innerhalb von Minuten. Sofort fanden sie mit ihren Messgeräten heraus, dass der Fehler gar nicht in der Maschine selbst lag, sondern im Fahrgeschäft-eigenen Zuleitungskabel.

Aber auch wenn keine Notfälle zu lösen sind, legen die Otto-Busch-Mitarbeiter ihre Hände nicht in den Schoß. Denn "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" gilt auch für alle Technik. So halten die Männer die 380 Strom- und die rund 300 Wasseranschlüsse sowie die Zuleitungen, Trafostationen und sonstige Technik gut im Auge. Und sie halten guten Kontakt zur Kundschaft. Ein nettes Wort, ein kleiner Scherz oder ein lockerer Schnack tragen fast ebenso viel zur Kundenzufriedenheit bei wie der Tiptop-Service.